drei Dreier


falling asleep -
die Träume aus dem Sack
lassen

.

geteiltes Leid -
vielleicht wachsen wir
wieder zusammen

.

see you -
im nächsten Leben
bin ich ein Leuchtturm




Anflug von Sommer

ein erster Anflug von
Sommerabend
nicht ganz gelungen
besser als nichts

nachdem alles
geregelt ist
auf den Balkon wo
mindestens sechs
Hummeln im Lavendel
grasen -
brummelnde Schafe
auf Altweiberweide

und später
die obligatorische
fette grüne Mücke die
drinnen
immer wieder und wieder
gegen die Scheibe anrennt
unbeirrbar
in ihrem Irrtum
gefangen
Freiheit längst verkackt

umsonst und draußen
nur für die Fledermaus

das große Seufzen


ich verfasse die Stille
setze Zeichen wie Zäune
ich stutze die Sätze
und pflücke die welken
Worte damit sie nicht
fallen
und möchte doch wilde
Silben treiben

im Halbschlaf
träume ich unsere Körper
eng
deine Lippen auf meinen
und nie ein Ende
und wache auf
verstört
mit trockenem Mund

ich weiß
alles ist zu viel
verlangt
von einem reichen Leben

Waldeslust

der Wald ist nie
still
immer schwatzt
ein Vogel noch einer noch
eine Mücke ein Frosch
darauf reimt sich
die Gosch
der Wald
nie hält er den Mund
immer rauschen
der Bach die Bäume
die Libelle bellt
kaum hörbar
der Hund
und kuckuck!
patsch aufs Säckel
damit's Geld
immer hält

Jazz Hall

auf der Bühne -
das Schlagzeugsolo treibt
wilde Blüten

Tanz im Hinterzimmer -
verblichene Musiker
zwinkern uns zu

Swingtime -
der Rauch deiner Zigarette
weckt tanzende Schemen

Sag mir

Sag mir, wie kannst du
mich lieben?

Manchmal bin ich ein Ungeheuer
Ich raube Nester aus
zerdrücke den zarten Vogel
den ich in meiner Tasche hüte
mit roher Hand

Manchmal sehne ich mich
ganz einfach
nach Land am Horizont
Ich stürze mich kopflos ins Nichts
um nirgends anzukommen

Die rechten Maschen
fallen mir von der Nadel
Ich lasse sie liegen
und stricke weiter
im linken Muster

Mein Lächeln
friert

Sag, wann werde ich
mich lieben können?